Vorarlberger Brandgeschehen 2009

Brandopfer: Drei Brandtote, zahlreiche Verletzte

  • Gegenüber dem Katastrophenjahr 2008 mit 12 Toten beim Brand im Altersheim von Egg ist die Zahl der Brandopfer im Jahr 2009 deutlich gesunken. Trotzdem haben noch drei Personen bei Wohnungsbränden in Hohenems, Alberschwende und Lustenau ihr Leben verloren.
  • Im langjährigen Durchschnitt sind bei Bränden innerhalb von Gebäuden pro Jahr in Vorarlberg 3,1 Tote zu beklagen.
  • Bei 34 verschiedenen Gebäudebränden, hauptsächlich bei Bränden im Wohnbereich, erleiden 72 Personen unterschiedlich schwere Verletzungen.
  • Hinsichtlich der Verletzungsart stehen im mehrjährigen Beobachtungszeitraum die Rauchgasvergiftungen mit knapp 70 % an der Spitze, während auf Verbrennungen etwa 15 % entfallen.

Brandfälle: Leichter Rückgang bei Gebäudebränden

  • Im Vergleich zu den 368 Feuerwehreinsätzen im Jahr 2008 verringern sich die Einsätze bei Gebäudebränden um ca. 10 % auf 331 Ereignisse. Im Durchschnitt entsteht täglich ein Gebäudebrand, bei dem die Feuerwehr alarmiert wird.
  • Neben Gebäudebränden wird die Feuerwehr bei 72 Wald- bzw. Wiesenbränden, 100 Müll- bzw. Containerbränden sowie bei 58 Kraftfahrzeugbränden alarmiert.
  • Die Gebäudebrandeinsätze der Feuerwehr verteilen sich auf 183 Wohnobjekte, 96 gewerbliche bzw. industrielle Betriebe, 17 Landwirtschaftsgebäude, 10 öffentliche Gebäude sowie 25 sonstige Objekte.
  • Bei den Wohnhausbränden entfallen 52 % auf Einfamilienhäuser und 48 % auf Mehrwohnungsgebäude.
  • 77 % der Brände in Wohnobjekten bleiben auf die eigentliche Ausbruchsstelle beschränkt, 13 % breiten sich auf einen Gebäudeteil aus, 9 % erfassen das gesamte Objekt und nur bei 1 % kommt es zum Übergriff auf andere Gebäude.
  • Etwa 52 % aller Wohnhausbrände entstehen im Wohn- bzw. Schlafbereich, 12 % im Keller und 8 % im Dachboden. Zwei Drittel der Brände in gewerblichen und industriellen Bauten beginnen in den Betriebsräumen. In der Landwirtschaft wird beinahe die Hälfte der Brände im Bereich von Scheunen ausgelöst.
  • 76 % der Wohnhausbrände ereignen sich in der Zeit zwischen 6 Uhr morgens und 22 Uhr abends. Die nächtlichen Brandereignisse dagegen umfassen nur 24 %.
  • Etwas mehr als die Hälfte der Gebäudebrände entsteht in Objekten mit Massivbauweise, wovon immerhin 85 % auf die Ausbruchsstelle beschränkt bleiben. Knapp ein Fünftel der Gebäudebrände kommt in Objekten mit Holzbauweise vor, bei denen 55 % auf die Ausbruchsstelle beschränkt bleiben.
  • Von 60 erfassten und überwiegend in Wohngebäuden entstehenden Rauchfangbränden bleiben 48 auf das Innere des Kamins beschränkt und führen zu keiner Ausbreitung außerhalb des Rauchfanges.

Zündquellen: Spitzenreiter weiterhin Wärmegeräte

  • Auf Wärmegeräte entfallen 29 %, auf elektrische Energie 24 % sowie auf offenes Licht und Feuer 19 % aller schadensmäßig erfassten Gebäudebrände.
  • Im Jahr 2009 waren Feuerungsanlagen für die Raumheizung einschließlich Asche und Glut aus Feuerstätten in 42, Stromleitungen bzw. Verkabelungen in 24, Rauchzeugreste bzw. Zündhölzer in 18, elektronische Geräte wie Fernseher und Computer in 17 sowie Kerzen in 16 Fällen brandauslösend.
  • Bei 26 verschiedenen Ereignissen waren Fritteusen, Herde sowie sonstige Elektrokocher für Brände verantwortlich, bei denen insgesamt 14 Personen unterschiedlich schwere Verletzungen erleiden.

Schadensdaten: Widersprüchliches bei Brandschäden

  • Da das spektakuläre Schadensereignis im Kraftwerk Rodund in Vandans nicht der Feuerversicherung zuordenbar ist, sondern über die Maschinenbruchversicherung abgewickelt wird, bleibt es in den folgenden statistischen Ergebnissen unberücksichtigt. Dieser Schadensfall hat zu einer Entschädigungsleistung von 38,7 Millionen Euro geführt.
  • Aus dem Bereich der Feuerversicherung sind 279 Brände mit Einzelschäden von jeweils mehr als 2.000 Euro bekannt geworden, die einen Schaden von 10,1 Millionen Euro verursachen.
  • Gegenüber 2008 mit einer Schadenssumme von 21,6 Millionen Euro reduzieren sich die Brandschäden im Jahr 2009 um mehr als die Hälfte.
  • Statistisch verbrennen im Jahr 2009 Sachwerte in Höhe von täglich 28.000 Euro bzw. von stündlich 1.200 Euro.
  • 14 Brände mit Schadenshöhen von jeweils mehr als 200.000 Euro bewirken einen Schaden von 5,6 Millionen Euro, was 55 % des Jahresschadens entspricht.
  • Der zivile Sektor verursacht etwa zwei Drittel des Jahresbrandschadens, während die gewerbliche und industrielle Risikogruppe mit ca. 20 % gegenüber anderen Jahren einen deutlich geringeren Beitrag zur gesamten Schadenssumme liefert.

Großereignisse: 6 Brandfälle liefern 47% der Schadenssumme


Brandschäden in Mill. Euro

Personalhaus Mittelberg .........................................................0,90
Einfamilienhaus Au ................................................................0,86
Mehrfamiliengebäude Hohenems.............................................
0,70
Einfamilienhaus Thüringerberg ........ .......................................0,39
Landwirtschaft mit Wohnteil Sonntag ........................................
0,39

Gastgewerbebetrieb Dalaas .....................................................

0,32

Brandschutzerfolge: Hohe Sachschäden verhindert

  • In 51 Fällen haben automatische Brandmeldeanlagen Brände frühzeitig erkannt und die Alarmierung der Feuerwehr über die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle eingeleitet. In 96 % dieser Ereignisse bleibt der Brand auf die Ausbruchsstelle begrenzt. Die durchschnittliche Zeitdauer zwischen Alarmeingang bei der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle und dem Einsatzende der Feuerwehr beträgt bei derartigen Brandereignissen nur knapp eine Stunde.
  • Von insgesamt 96 Feuerwehreinsätzen in Industrie- und Gewerbebetrieben werden 44 durch die Alarmweiterleitung einer Brandmeldeanlage ausgelöst, was beinahe der Hälfte aller Brandereignisse in dieser Risikogruppe entspricht.
200920082007