Vorarlberger Brandgeschehen 2016

Brandopfer: Zwei Brandtote, mehrere Verletzte

  • Gegenüber dem Jahr 2015 mit einer Brandtoten gibt es bei Bränden bedauerlicherweise zwei Tote zu beklagen.
  • Bei Schweißarbeiten in einer privaten Werkstätte in Feldkirch erleidet ein 82-jähriger Mann tödliche Verbrennungen.
  • In Hohenweiler stirbt beim Brand eines Einfamilienhauses ein mobilitätseingeschränkter 65-jähriger Mann durch Rauchgasvergiftung.
  • Im langjährigen Durchschnitt sind bei Bränden innerhalb von Gebäuden pro Jahr in Vorarlberg 2,3 Tote zu beklagen.
  • 0,6 Brandopfer pro 100.000 Einwohner bedeuten im österreichischen und westeuropäischen Langzeitvergleich ein sehr geringes Todesfallrisiko.
  • Bei 13 verschiedenen Brandereignissen - hauptsächlich in Wohngebäuden - erleiden 28 Personen unterschiedlich schwere Verletzungen.
  • Hinsichtlich der Verletzungsart stehen im mehrjährigen Beobachtungszeitraum die Rauchgasvergiftungen mit ca. 70 % an der Spitze, während auf Verbrennungen 15 % entfallen.

Brandfälle: Geringfügige Zunahme bei Gebäudebränden

  • Im Vergleich zu den 332 Feuerwehreinsätzen im Jahr 2015 erhöhen sich die Einsätze bei Gebäudebränden geringfügig auf 343 Ereignisse.
  • Die Gebäudebrandeinsätze der Feuerwehr verteilen sich auf 161 Wohnobjekte, 117 gewerbliche bzw. industrielle Betriebe, 19 öffentliche Gebäude, 15 Landwirtschaftsgebäude, 13 Krankenhäuser bzw. Heime, 8 Kleinbauten bzw. Gartenhäuser sowie 10 sonstige Objekte.
  • Die Wohnhausbrände verteilen sich mit 53 % auf Mehrwohnungsgebäude und mit 44 % auf Ein- und Zweifamilienhäuser sowie mit 3 % auf Ferienhäuser bzw. Ferienwohnungen.
  • 82 % der Brände in Wohnobjekten bleiben auf die eigentliche Ausbruchsstelle beschränkt, 16 % breiten sich auf einen Gebäudeteil aus und nur 2 % erfassen das gesamte Objekt
  • Etwa 63 % aller Wohnhausbrände entstehen im Wohn- bzw. Schlafbereich, 10 % in Kellerräumen und 6 % in Garagen bzw. überdachten Stellplätzen. In gewerblichen und industriellen Bauten beginnen 68 % in den Betriebsräumen.
  • 73 % der Gebäudebrände ereignen sich in der Zeit zwischen 6 Uhr morgens und 22 Uhr abends. Die nächtlichen Brandereignisse dagegen umfassen 27 %.
  • 67 % aller Gebäudebrände werden durch Personen entdeckt, 29 % durch automatische Brandmeldeanlagen und 4 % durch Rauchwarnmelder.
  • Von 56 erfassten und fast ausschließlich in Wohngebäuden entstehenden Rauchfangbränden bleiben 52 auf das Innere des Kamins beschränkt, führen somit zu keiner Ausbreitung außerhalb des Rauchfanges und verursachen keine Schäden am Gebäude.

Zündquellen: Wärmegeräte bleiben Spitzenreiter

  • Auf Wärmegeräte entfallen 34 %, auf elektrische Energie 25 % und auf offenes Licht und Feuer 15 % aller Gebäudebrände. Diese drei Zündquellentypen sind demnach für beinahe drei Viertel der Feuerwehreinsätze verantwortlich.
  • Elektrische Kochgeräte waren in 78, Feuerungsanlagen für die Raumheizung einschließlich Asche und Glut aus Feuerstätten in 36, Rauchzeugreste bzw. Zündhölzer in 25, Stromleitungen und Verkabelungen in 14 sowie Elektrogeräte wie Fernseher, Kühlschränke und Waschmaschinen in 20 Fällen brandauslösend.
  • Typische Beispiele bei den elektrischen Kochgeräten sind überhitztes Fett sowie eingeschaltete Herdplatten, die zusammen für 68 Feuerwehreinsätze sorgen. Dies entspricht etwa 20 % aller Gebäudebrände.

Schadensdaten: Erhebliche Zunahme bei Brandschäden

  • Gegenüber 2015 mit einer Schadenssumme von 11,4 Millionen Euro erhöhen sich die Brandschäden im Jahr 2016 auf etwa 16,2 Millionen Euro erheblich.
  • Statistisch verbrennen im Jahr 2016 Sachwerte etwa in Höhe von täglich 45.000 Euro bzw. von stündlich 1.900 Euro.
  • 14 Brände mit Schadenshöhen jeweils 200.000 Euro verursachen einen Schaden von insgesamt 13,1 Millionen Euro was ca. 80 % des gesamten Jahresschadens ausmachen.

Großereignisse: Häufung in der Landwirtschaft


Brandschäden in Mill. Euro

Landwirtschaft Sulzberg.............................................................3,4
Landwirtschaft Lauterach...........................................................1,8
Landwirtschaft Schwarzenberg..................................................
1,6
Landwirtschaft Schlins................................................................1,1


Brandmeldeanlagen für Personen- und Sachwertschutz

  • Automatische Brandmeldeanlagen haben in 90 Fällen Brände frühzeitig erkannt und die Alarmierung der Feuerwehr über die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle eingeleitet.
  • Von insgesamt 117 Feuerwehreinsätzen in Industrie- und Gewerbebetrieben werden 72 durch die Alarmweiterleitung einer automatischen Brandmeldeanlage ausgelöst. Da 97 % dieser Brände auf die Ausbruchsstelle beschränkt bleiben, bestätigt sich neuerlich die schadensmindernde Wirkung dieser Sicherheitseinrichtung.
  • In weiteren 51 Fällen haben automatische Brandmeldeanlagen sogenannte Beinahebrände erkannt, die sich ansonsten zu Bränden mit Schadenswirkungen entwickelt hätten.
  • Durch die insgesamt 783 bei der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle angeschlossenen automatischen Brandmeldeanlagen wurden leider auch 507 Täuschungs- und 265 Fehlalarme sowie 26 böswillige Alarme verursacht, was die positive Wirkung etwas abschwächt.
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