Vorarlberger Brandgeschehen 2017

Brandopfer: Zwei Brandtote, mehrere Verletzte

  • Wie im Jahr 2016 gibt es bei Bränden bedauerlicherweise wieder zwei Tote zu beklagen.
  • In Feldkirch erleidet ein 71-jähriger Mann beim Hantieren mit einem Pyrotechnikartikel tödliche Verbrennungen.
  • Bei einem Brand in einer Haftzelle verstirbt ein 28-jähriger Mann nach einem zweimonatigen Aufenthalt in einer Spezialklinik
  • In Vorarlberg sind bei Bränden innerhalb von Gebäuden im langjährigen Durchschnitt jährlich 2,2 Tote zu beklagen.
  • Im österreichischen und westeuropäischen Langzeitvergleich bedeuten 0,6 Brandopfer pro 100.000 Einwohner ein sehr geringes Todesfallrisiko.
  • 33 Personen erleiden bei 15 verschiedenen Brandereignissen - hauptsächlich in Wohngebäuden - unterschiedlich schwere Verletzungen.
  • Im mehrjährigen Beobachtungszeitraum entfallen ca. 82 % auf Rauchgasvergiftungen und ca. 18 % auf Verbrennungen.

    Brandfälle: Geringfügige Abnahme bei Gebäudebränden

    • Im Vergleich zu den 343 Feuerwehreinsätzen im Jahr 2016 verringern sich die Einsätze bei Gebäudebränden auf 329 Ereignisse.
    • Die Gebäudebrandeinsätze der Feuerwehr verteilen sich auf 149 Wohnobjekte, 109 gewerbliche bzw. industrielle Betriebe, 14 öffentliche Gebäude, 14 Landwirtschaftsgebäude, 17 Krankenhäuser bzw. Heime, 3 Bürogebäude, 12 Kleinbauten sowie 11 sonstige Objekte.
    • Von den Wohnhausbränden ereignen sich ca. 60 % auf Mehrwohnungsgebäude und ca. 40 % auf Ein- und Zweifamilienhäuser.
    • 82 % der Brände in Wohnobjekten bleiben auf die eigentliche Ausbruchsstelle beschränkt, 13 % breiten sich auf den Gebäudeteil aus und 5 % erfassen das gesamte Objekt.
    • Etwa 62 % aller Wohnhausbrände entstehen im Wohn- bzw. Schlafbereich, 9 % in Kellerräumen und 5 % in Garagen bzw. überdachten Stellplätzen. In gewerblichen und industriellen Bauten beginnen 64 % in den Betriebsräumen.
    • 77 % der Gebäudebrände ereignen sich in der Zeit zwischen 6 Uhr morgens und 22 Uhr abends. Die nächtlichen Brandereignisse dagegen umfassen 23 %.
    • 68 % aller Gebäudebrände werden durch Personen entdeckt, 25 % durch automatische Brandmeldeanlagen und 7 % durch Rauchwarnmelder.
    • Von 53 erfassten Rauchfangbränden bleiben 48 auf das Innere des Kamins beschränkt und führen somit zu keiner Brandausbreitung außerhalb des Rauchfanges

    Zündquellen: Wärmegeräte bleiben Spitzenreiter

    • Auf Wärmegeräte entfallen 34 %, auf elektrische Energie 22 % und auf offenes Licht und Feuer 15 % aller Gebäudebrände. Diese drei Zündquellentypen sind demnach für beinahe drei Viertel der Feuerwehreinsätze verantwortlich.
    • Elektrische Kochgeräte waren in 83, Feuerungsanlagen für die Raumheizung einschließlich Asche und Glut aus Feuerstätten in 30, Rauchzeugreste bzw. Zündhölzer in 23, Stromleitungen und Verkabelungen in 19 sowie Elektrogeräte wie Fernseher, Kühlschränke und Waschmaschinen in 20 Fällen brandauslösend.

    Schadensdaten: Gleichbleibende Brandschäden

    • Die Schadenssumme im Jahr 2017 beträgt 16,2 Millionen Euro und ist annährend gleich hoch wie jene des Vorjahres.
    • Statistisch sind im Jahr 2017 Sachwerte in Höhe von täglich etwa 45.000 Euro verbrannt.
    • 20 Großbrände mit Schadenshöhen von jeweils über 200.000 Euro verursachen einen Schaden von insgesamt 12,1 Millionen Euro, was ca. 75 % des gesamten Jahresschadens ausmacht.

    Großereignisse: Verschiedene Risikogruppen betroffen


    Brandschäden in Mill. Euro

    Wohnhaus im Jänner................................................................0,9
    Landwirtschaft im Juni..............................................................2,2
    Landwirtschaft im Juli...............................................................
    0,7
    Wohn- und Bürogebäude im September...................................0,8
    Einkaufsmarkt im Dezember..............................................mind.1,0

    Brandmeldeanlagen für Personen- und Sachwertschutz

    • Automatische Brandmeldeanlagen haben in 70 Fällen Brände frühzeitig erkannt und die Alarmierung der Feuerwehr über die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle eingeleitet.
    • In immerhin 22 Fällen wurden Personen durch Wohnungsbrandmelder frühzeitig alarmiert.
    • Von insgesamt 109 Feuerwehreinsätzen in Industrie- und Gewerbebetrieben werden 47 durch die Alarmweiterleitung einer automatischen Brandmeldeanlage ausgelöst. Da 88 % dieser Brände auf die Ausbruchsstelle beschränkt bleiben, bestätigt sich neuerlich die schadensmindernde Wirkung dieser Sicherheitseinrichtung.
    • Durch die insgesamt 803 an die RFL angeschlossenen Brandmeldeanlagen wurden leider auch 496 Täuschungs- und 234 Fehlalarme sowie 17 böswillige Alarme verursacht.
    201720162015