Vorarlberger Brandgeschehen 2010

Brandopfer: Keine Brandtoten, einige Verletzte

  • Gegenüber dem Jahr 2009 mit drei Brandtoten gibt es 2010 bei Bränden in Gebäuden erfreulicherweise keine Brandopfer.
  • Im langjährigen Durchschnitt sind bei Bränden innerhalb von Gebäuden pro Jahr in Vorarlberg 2,4 Tote zu beklagen.
  • 0,7 Brandopfer pro 100.000 Einwohner bedeuten im österreichischen und westeuropäischen Langzeitvergleich ein relativ geringes Todesfallrisiko.
  • Bei 21 verschiedenen Gebäudebränden, hauptsächlich bei Bränden im Wohnbereich, erleiden 35 Personen unterschiedlich schwere Verletzungen. Im langjährigen Durchschnitt gibt es pro Jahr 44 verletzte Personen.
  • Hinsichtlich der Verletzungsart stehen im mehrjährigen Beobachtungszeitraum die Rauchgasvergiftungen mit knapp 70 % an der Spitze, während auf Verbrennungen etwa 15 % entfallen.

Brandfälle: Rückgang bei Gebäudebränden

  • Im Vergleich zu den 331 Feuerwehreinsätzen im Jahr 2009 verringern sich die Einsätze bei Gebäudebränden um ca. 9 % auf 301 Ereignisse. Im Durchschnitt entsteht beinahe täglich ein Gebäudebrand, bei dem die Feuerwehr alarmiert wird.
  • Neben Gebäudebränden wird die Feuerwehr bei 50 Wald- bzw. Wiesenbränden, 90 Müll- bzw. Containerbränden sowie bei 45 Kraftfahrzeugbränden alarmiert.
  • Die Gebäudebrandeinsätze der Feuerwehr verteilen sich auf 143 Wohnobjekte, 101 gewerbliche bzw. industrielle Betriebe, 9 Landwirtschaftsgebäude, 13 Kleinbauten bzw. Gartenhäuser, 9 öffentliche Gebäude, 9 Krankenhäuser bzw. Altenheime sowie 17 sonstige Objekte.
  • Die Wohnhausbrände verteilen sich jeweils zur Hälfte auf Einfamilienhäuser und Mehrwohnungsgebäude.
  • 78 % der Brände in Wohnobjekten bleiben auf die eigentliche Ausbruchsstelle beschränkt, 16 % breiten sich auf einen Gebäudeteil aus und nur 6 % erfassen das gesamte Objekt.
  • Etwa 54 % aller Wohnhausbrände entstehen im Wohn- bzw. Schlafbereich, 15 % im Keller und 6 % im Bereich von Garagen bzw. überdachten Stellplätzen. Etwas mehr als die Hälfte der Brände in gewerblichen und industriellen Bauten beginnen in den Betriebsräumen.
  • 78 % der Wohnhausbrände ereignen sich in der Zeit zwischen 6 Uhr morgens und 22 Uhr abends. Die nächtlichen Brandereignisse dagegen umfassen nur 22 %.
  • Beinahe die Hälfte der Gebäudebrände entsteht in Objekten mit Massivbauweise, wovon nahezu 95 % auf die Ausbruchsstelle beschränkt bleiben. Knapp ein Fünftel der Gebäudebrände kommt in Objekten mit Holzbauweise vor, bei denen nur noch 40 % auf die Ausbruchsstelle beschränkt bleiben.
  • Von 63 erfassten und überwiegend in Wohngebäuden entstehenden Rauchfangbränden bleiben 56 auf das Innere des Kamins beschränkt und führen zu keiner Ausbreitung außerhalb des Rauchfanges.

Zündquellen: Spitzenreiter weiterhin Wärmegeräte

  • Auf Wärmegeräte entfallen 29 %, auf elektrische Energie 23 % sowie auf offenes Licht und Feuer 19 % aller Gebäudebrände.
  • Elektrische Kochgeräte waren in 45, Feuerungsanlagen für die Raumheizung einschließlich Asche und Glut aus Feuerstätten in 43, Rauchzeugreste bzw. Zündhölzer in 28 sowie elektronische Geräte wie Fernseher und Computer in 15 Fällen brandauslösend.
  • Die Zündquelle der Wärmegeräte war beinahe für die Hälfte aller Wohnhausbrände verantwortlich.
  • Bei 12 Bränden, die in Küchen durch überhitztes Fett ausgelöst werden, erleiden 4 Personen unterschiedlich schwere Hautverbrennungen.

Schadensdaten: Erhebliche Schadenszunahme

  • Aus dem Bereich der Feuerversicherung sind 289 Brände mit Einzelschäden von jeweils mehr als 2.000 Euro bekannt geworden, die einen Schaden von insgesamt 20,4 Millionen Euro verursachen.
  • Gegenüber 2009 mit einer Schadenssumme von 10,1 Millionen Euro verdoppeln sich die Brandschäden im Jahr 2010.
  • Statistisch verbrennen im Jahr 2010 Sachwerte in Höhe von täglich 56.000 Euro bzw. von stündlich 2.300 Euro.
  • 19 Brände mit Schadenshöhen von jeweils mehr als 200.000 Euro bewirken einen Schaden von 18,1 Millionen Euro, was beinahe 90 % der gesamten Schadenssumme ausmacht.

Großereignisse: Fünf Brandfälle liefern die Häflte der Schadenssumme


Brandschäden in Mill. Euro

Sägewerk Sulz .......................................................................3,40
Holzbauwerk Feldkirch.............................................................3,40
Wohnhaus Dornbirn.................................................................
1,52
Tischlerei Hard .......................................................................1,50
Gewerbebetrieb mit Lager Altach ..............................................
1,09

Brandschutzerfolge: Hohe Sachschäden verhindert

  • In 70 Fällen haben automatische Brandmeldeanlagen Brände frühzeitig erkannt und die Alarmierung der Feuerwehr über die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle eingeleitet und blieb der Brand auf die Ausbruchsstelle begrenzt. Die durchschnittliche Zeitdauer zwischen Alarmeingang bei der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle und dem Einsatzende der Feuerwehr beträgt bei derartigen Brandereignissen nur knapp eine Stunde. Somit kann die schadensmindernde Wirkung von Brandfrüherkennungsanlagen abgeleitet werden.
  • Von insgesamt 101 Feuerwehreinsätzen in Industrie- und Gewerbebetrieben werden 51 durch die Alarmweiterleitung einer automatischen Brandmeldeanlage ausgelöst, was der Hälfte aller Brandereignisse in dieser Risikogruppe entspricht.
201020092008