Vorarlberger Brandgeschehen 2018

Brandopfer: Mehrere Verletzte, keine Brandtoten!

  • Erstmals seit dem Jahr 2010 gibt es bei Gebäudebränden keine Todesopfer zu beklagen.
  • In Vorarlberg sind bei Bränden innerhalb von Gebäuden in den letzten zehn Jahren durchschnittlich nur 1,4 Tote zu beklagen.
  • Im österreichischen und westeuropäischen Langzeitvergleich bedeuten 0,6 Brandopfer pro 100.000 Einwohner ein sehr geringes Todesfallrisiko.
  • Im Jahr 2018 erleiden 36 Personen bei 23 verschiedenen Brandereignissen - hauptsächlich in Wohngebäuden - unterschiedlich schwere Verletzungen. Im mehrjährigen Beobachtungszeitraum sind diese Verletzungen zu 82 % auf Rauchgasvergiftungen und zu 18 % auf Verbrennungen zurückzuführen.

Brandfälle: Abnahme bei Gebäudebränden

  • Im Vergleich zu den 329 Feuerwehreinsätzen im Vorjahr vermindern sich die Einsätze im Jahr 2018 auf 299 Ereignisse bei Gebäudebränden.
  • Die Gebäudebrandeinsätze der Feuerwehr verteilen sich auf 142 Wohnobjekte, 92 gewerbliche bzw. industrielle Betriebe, 16 öffentliche Gebäude, 12 Landwirtschaftsgebäude, 13 Krankenhäuser bzw. Altenheime, 3 Bürogebäude, 9 Kleinbauten sowie 12 sonstige Objekte.
  • Bei den Wohnhausbränden kann zu 8% ein großes, zu 17 % ein mittleres und zu 42 % ein kleines Schadensausmaß festgestellt werden. Knapp 20 % der Brände bei dieser Nutzung waren beim Eintreffen der Feuerwehr bereits gelöscht und bei ca. 14 % handelte es sich um Beinahebrände.
  • 82 % der Brände in Wohnobjekten bleiben auf die eigentliche Ausbruchsstelle beschränkt, 13 % breiten sich auf den Gebäudeteil aus und 4 % erfassen das gesamte Objekt. Nur in einem Fall kommt es zu einem Brandübergriff auf ein Nachbargebäude.
  • Etwa 55 % aller Wohnhausbrände entstehen im Wohn- bzw. Schlafbereich, 10 % in Kellerräumen und 5 % in Garagen bzw. überdachten Stellplätzen. In gewerblichen und industriellen Bauten beginnen 62 % in Betriebsräumen.
  • Die Anzahl der Müll- bzw. Containerbrände erhöht sich von 49 Fällen im Vorjahr auf 79 Ereignisse im Jahr 2018. Von diesen Bränden ereignen sich ca. 55 % während der Nachtzeit.
  • Die Anzahl an Rauchfangbränden verringert sich auf 33. Von den erfassten Rauchfangbränden bleiben 29 auf das Innere des Kamins beschränkt und führen somit zu keiner Brandausbreitung außerhalb des Rauchfanges

Zündquellen: Vorsicht bei elektrischen Wärmegeräten

  • Auf Wärmegeräte entfallen 32 %, auf elektrische Energie 24 % und auf offenes Licht und Feuer 16 % aller Gebäudebrände. Diese drei Zündquellentypen sind somit für 72 % der Feuerwehreinsätze verantwortlich.
  • Von den insgesamt 95 Brandereignissen die auf Wärmegeräte entfallen, waren elektrische Koch- und Bügelgeräte in 68 % und Feuerungsanlagen für die Warmwasseraufbereitung bzw. die Raumheizung in 20 % der Fälle brandauslösend.

Schadensdaten: Enormer Anstieg der Brandschadenssumme

  • Gegenüber dem langjährigen Durchschnitt mit einer Schadenssumme von ca. 19 Millionen Euro weisen die Versicherungsleistungen im Jahr 2018 eine Höhe von 34,8 Millionen Euro auf.
  • 14 Großbrände mit Schadenshöhen von jeweils über 200.000 Euro verursachen einen Schaden von insgesamt 32,1 Millionen Euro.
  • Der Großbrand eines Chemiebetriebes verursacht einen Schaden von 23,4 Millionen Euro, was 67 % der Gesamtschadenssumme entspricht. Dieses Brandereignis stellt den größten Einzelschaden seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen der Brandverhütungsstelle dar.

Großereignisse: Verschiedene Risikogruppen betroffen


Brandschäden in Mill. Euro

Wohngebäude im März...............................................................1,1
Gastgewerbebetrieb im April.......................................................0,4
Wohngebäude im April...............................................................
0,4
Handelsgeschäft im Mai.............................................................1,0
Landwirtschaft im August...........................................................3,2
Wohngebäude im August............................................................0,5
Chemiebetrieb im Dezember.......................................................23,0

Brandmeldeanlagen für Personen- und Sachwertschutz

  • In 61 Fällen haben automatische Brandmeldeanlagen Brände frühzeitig erkannt und so einen raschen Feuerwehreinsatz gewährleistet. In weiteren 50 Fällen war die Alarmierung so frühzeitig, dass der Brand bereits in der Entstehungsphase erkannt und gelöscht werden konnte.
  • Durch die insgesamt 813 an die RFL angeschlossenen Brandmeldeanlagen wurden leider auch 468 Täuschungs- und 249 Fehlalarme sowie 19 böswillige Alarme verursacht.
  • In 15 Fällen wurden Personen durch Wohnungsbrandmelder frühzeitig alarmiert. 80 % dieser Fälle ereigneten sich in Mehrfamilienhäusern. Die restlichen Ereignisse verteilten sich auf Ein- bzw. Zweifamilienhäuser oder Ferienhäuser.
  • Durch Wohnungsbrandmelder konnten 93 % der erkannten Brände auf die Ausbruchsstelle beschränkt werden. Diese befand sich zu 80 % in Wohn- bzw. Schlafräumen.
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