Vorarlberger Brandgeschehen 2020

Brandopfer: Drei Jahre in Folge keine Brandtoten

  • Bereits im dritten aufeinanderfolgenden Jahr sind in Vorarlberg keine Brandtoten zu verzeichnen.
  • In Vorarlberg ist bei Gebäudebränden in den letzten zehn Jahren durchschnittlich nur eine tote Person zu beklagen.
  • Im österreichischen und westeuropäischen Langzeitvergleich bedeuten 0,5 Brandopfer pro 100.000 Einwohner ein äußerst geringes Todesfallrisiko.
  • Im Jahr 2020 erleiden 39 Personen bei 25 verschiedenen Brandereignissen - hauptsächlich in Wohngebäuden - unterschiedlich schwere Verletzungen. Im mehrjährigen Beobachtungszeitraum sind diese Verletzungen zu 70 % auf Rauchgasvergiftungen und zu 15 % auf Verbrennungen zurückzuführen.

Brandfälle: Anzahl der Gebäudebrände stabil

  • Im Berichtsjahr musste die Feuerwehr neben anderen Einsätzen zu 295 Gebäudebränden, 35 Rauchfangbränden und 213 sonstigen Bränden wie Wald-, Wiesen-, Müllcontainer- und KFZ-Bränden ausrücken.
  • Die Gebäudebrandeinsätze der Feuerwehr verteilen sich auf 159 Wohnobjekte, 88 gewerbliche bzw. industrielle Betriebe, 13 öffentliche Gebäude, 12 Landwirtschaftsgebäude, 6 Krankenhäuser bzw. Altenheime, 1 Bürogebäude, 4 Kleinbauten sowie 12 sonstige Objekte.
  • Bei den Gebäudebränden kann in 5 % der Fälle ein großes, in 13 % ein mittleres und in 47 % ein kleines Schadensausmaß festgestellt werden. Knapp 23 % der Brände waren beim Eintreffen der Feuerwehr bereits gelöscht und bei ca. 12 % handelte es sich um sogenannte Beinahebrände.
  • 87 % der Gebäudebrände bleiben auf die eigentliche Ausbruchsstelle beschränkt, 8 % breiten sich auf den Gebäudeteil aus und 5 % erfassen das gesamte Objekt. Nur in einem Fall kommt es zu einem Brandübergriff auf ein Nachbargebäude.
  • Bei Wohngebäuden entstehen die Brände zu 55 % im Wohn- bzw. Schlafbereich, zu 13 % in Kellerräumen und 4 % in Garagen bzw. überdachten Stellplätzen. In gewerblichen und industriellen Bauten beginnen 57 % der Brände in Betriebsräumen.
  • Im Berichtsjahr waren in Schulen 9 Brände zu verzeichnen, wobei 5 Ereignisse durch eine Brandmeldeanlage frühzeitig erkannt wurden. In einem Fall wurde das Feuer durch eine Explosion verursacht, bei der aufgrund glücklicher Umstände keine Opfer zu beklagen waren.
  • Die Anzahl der Müll- bzw. Containerbrände bleibt mit 61 Ereignissen auf gleichbleibendem Niveau. Von diesen Bränden können 82 % als klein und 3 % als mittel eingestuft werden. 15 % der Fälle waren beim Eintreffen der Feuerwehr bereits gelöscht.
  • Die 35 Rauchfangbrände bedeuten im langjährigen Durchschnitt einen gleichbleibend niedrigen Wert. Von den gemeldeten Rauchfangbränden bleiben 89 % auf das Innere des Kamins beschränkt. Nur 11 % der Brände breiten sich auf einen angrenzenden Gebäudeteil aus.

Zündquellen: Wärmegeräte und Elektrizität sind Spitzenreiter

  • Auf Wärmeenergie entfallen 10 %, auf elektrische Energie 12 % und auf offenes Licht und Feuer 10 % aller Gebäudebrände. Diese drei Zündquellentypen sind somit für 32 % der Feuerwehreinsätze verantwortlich.
  • Von den 27 Brandereignissen im Zusammenhang mit Heizvorgängen entfallen 70 % auf Feuerstätten bzw. Verbindungsstücke, 15 % auf Rauchfänge und 15 % auf die Aschenaufbewahrung.

Schadenshöhe: Brandschadenssumme beträgt 22,7 Mill Euro

  • Die Schadenssumme von 22,7 Mill Euro liegt leicht über dem zehnjährigen Schnitt des realen Schadenswertes von 20 Mill Euro.
  • Die 19 Großbrände mit Schadenshöhen von jeweils über 200.000 Euro verursachen einen Schaden von insgesamt 19,2 Mill Euro.
  • Der größte Schaden mit einer Schadenssumme von 4,6 Mill Euro, der zugleich 22 % der Gesamtschadenssumme ausmacht, wird durch eine Explosion an einer Schule verursacht.

Großereignisse: Verschiedene Risikogruppen betroffen


Brandschäden in Mill. Euro

Schulgebäude...........................................................................4,6
Gastgewerbebetrieb...................................................................2,7
Handeslgeschäft........................................................................
2,0
Landwirtschaft...........................................................................1,7
Gewerbe/Industriebetrieb...........................................................1,2
Wohngebäude...........................................................................1,0


Brandschutzerfolge: Personen- und Sachschäden verhindert

  • Von den insgesamt 295 Gebäudebränden wurden 20 % durch automatische Brandmeldeanlagen erkannt, wodurch zusätzlicher Sachschaden verhindert wurde.
  • Von den Bränden in Wohngebäuden konnten 15 % durch Brandmeldeanlagen und 6 % durch Rauchwarnmelder frühzeitig erkannt und an die Feuerwehr weitergeleitet werden. Dadurch konnte persönliches Leid vermieden bzw. reduziert werden.
  • Von den insgesamt 94 Personen, die von der Feuerwehr aus Gebäuden gerettet wurden, wiesen 11 Personen Verletzungen unterschiedlichen Grades auf.
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